Prüfungsangst begleitet mich weit über 40 Jahre. Ich kenne die Ursache, und vor allem kenne ich die Folgen. Mittlerweile habe ich diese Angst im Griff, auch dann, wenn sie hin und wieder mal aufploppt, aber dann spüre ich sie und weiß zu reagieren.
Doch das war nicht immer so.

Zunächst:
Prüfungsangst ist keine Nervosität. Nervosität ist super, denn sie hilft uns, uns auf die Aufgabe zu fokussieren.

Prüfungsangst allerdings schafft das komplette Gegenteil, die Aufgabe verschwindet im schlimmsten Fall in einem schwarzen Loch – oder wie bei mir – in einem schlecht beleuchteten Tunnel, in dem ich die Schilder nicht mehr lesen kann und deswegen die falsche Ausfahrt nehme. So als würde ich gefragt, welche Farbe der Baum hat und meine Antwort darauf lautete: „Ja, der Himmel ist blau.“

Das ist bitter; vor allem wenn man weiß, dass der Baum grün ist.

»Auch eine schwere Tür hat nur einen kleinen Schlüssel nötig.«

Charles Dickens

Es heißt, Prüfungsangst läge oft an Versagensängsten, Perfektionismus, übertriebener Erwartungshaltung, schlechten Erfahrungen mit Prüfungen etc.
Und ja, das stimmt. Aber sie sind nicht die Ursache.

Meist sind es Erlebnisse, die genau dazu führen.
Vielleicht nur ein unbedachter Satz, eine vielleicht sogar gut gemeinte Handlung, vielleicht sogar nur ein Blick? Aber es war irgendetwas, das in der Lage war, das Vertrauen (in dich) zu beschädigen und das den Samen für eine Überzeugung gesät hat, die alles andere als hilfreich ist:

Ich bin nicht gut genug.

Foto © Mirjam Kilter

Kaum etwas ist

mächtiger als

Überzeugungen

über sich selbst

Überzeugungen prägen. Sie prägen den Blick auf die Welt, das eigene Leben und auf sich selbst. Und deswegen benötigt es eine neue Überzeugung, eine, die hilfreich ist und uns nicht im Weg steht.

Das ist die Aufgabe von Coaching: Neue Perspektiven zu ermöglichen, einen anderen Blick, einen anderen Satz, eine andere Haltung.

Denn genau hier liegt die Chance: Überzeugungen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie können sich verändern – genauso, wie wir uns verändern.

Der erste Schritt? Sich bewusst machen, dass die eigene Prüfungsangst nicht einfach eine festgeschriebene Wahrheit ist, sondern eine erlernte Reaktion. Und was erlernt wurde, kann auch wieder verlernt oder neu verknüpft werden.

Coaching hilft dabei, diese Muster zu erkennen und durch neue, stärkende Überzeugungen zu ersetzen. Damit Prüfungen nicht länger ein Hindernis sind, sondern eine Möglichkeit zu zeigen, was wirklich in uns steckt.

Denn ja – du bist gut genug.

Habe es gut!

Herzlichst
Daniela Weber